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Vorteile und Anwendungsbereich der Kettenwirkerei

2026-04-13

Die Kettenwirkerei ist ein textiles Herstellungsverfahren, bei dem die Garne entlang der Längsrichtung des Gewebes verlaufen; das heißt, sie folgen benachbarten Maschenstäbchen (Wales) statt einer einzelnen Querreihe (Course). Zum Vergleich: Das Stricken in Querrichtung wird als Schussstrickerei bezeichnet. Da bei der Kettenwirkerei eine Vielzahl einzelner Fadensysteme erforderlich ist, die der Anzahl der Nadeln pro Reihe entspricht, wird dieses Verfahren nahezu ausschließlich mit Kettenwirkmaschinen und nicht manuell durchgeführt.

Die textile Herstellung im Kettenwirkverfahren bietet folgende Vorteile: höhere Produktivität im Vergleich zum Weben, vielfältige Gewebestrukturen, große Arbeitsbreiten, geringe Garnbeanspruchung sowie die Möglichkeit, Hochleistungsfasern wie Glas-, Aramid- und Carbonfasern zu verarbeiten. Zudem können auf Doppelraschelmaschinen dreidimensionale Strukturen gefertigt werden.

Kettenwirkgewebe finden vielfältige industrielle Anwendungen, unter anderem bei der Herstellung von Moskitonetzen, Tüllstoffen, Sportbekleidung, Schuhmaterialien, Druck- und Werbestoffen, beschichteten Trägermaterialien sowie Verbundwerkstoffsubstraten. Darüber hinaus wird der Einsatz von Kettenwirkgeweben in industriellen Bereichen wie der Betonbewehrung sowie der Herstellung von Biomaterialien zunehmend erforscht.

Welche Arten der Kettenwirktechnik gibt es?
Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem der Faden entlang seiner Länge zickzackförmig verläuft und dabei einer benachbarten Maschenreihe folgt, anstatt einer einzelnen Reihe. Aufgrund der Anforderung, dass die Anzahl der Einzelfäden der Anzahl der Nadeln entspricht, wird die Kettenwirkerei nahezu ausschließlich maschinell durchgeführt. Je nach Textilart gibt es unterschiedliche Kettenwirkverfahren:

Trikot-Kettenwirkerei:
Trikot-Gewebe sind weich, knitterarm und besitzen einen guten Fall. Dieses Verfahren wird für eine breite Palette an Anwendungen und Materialgewichten eingesetzt. Es ermöglicht die Herstellung sehr leichter Gewebe mit einem Gewicht von unter 4 oz/yd². Beispiele sind Pyjamas, Mäntel und Kleider.

Raschel-Kettenwirkerei:
Dieses Verfahren spielt eine zentrale Rolle in der industriellen Produktion und wird unter anderem für Schnürsenkel sowie zahlreiche textile Produkte von Bademode bis hin zu Teppichen eingesetzt. Raschel-Gewebe verwenden in der Regel robuste Garne und ermöglichen komplexe, oft spitzenartige Muster.

Häkel-Kettenwirkerei:
Dieses Grundstichverfahren entspricht dem Handhäkeln. Es wird für Netze und Schnürsenkel sowie für verschiedene Bett- und Teppichtextilien eingesetzt und ermöglicht zudem die Herstellung von Fransen und dekorativen Spitzen.

Milanese-Kettenwirkerei:
Milanese-Gewebe ähneln stark klassischen Trikotstoffen. Charakteristisch ist ein diagonales Muster. Sie zeichnen sich durch eine glatte Oberfläche, Elastizität, gleichmäßige Struktur sowie hohe Reibungsbeständigkeit aus.